DSU - Deutsche Soziale Union

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DSU - Coswig in Sachsen

 

Die Geschichte der DSU

 

Am 20. Januar 1990 schlossen sich zwölf christliche, liberale und konservative Parteien und Vereinigungen, die sich alle während der Wende regional und überregional auf dem Gebiet der DDR gegründet hatten, zur Deutschen Sozialen Union (DSU) zusammen. Motor dieses Zusammenschlusses war die bayerische CSU (Christlich Soziale Union), die ihre bereits in Sachsen und Thüringen entstandenen CSU-Kreisverbände und CSU e.V. mit einbrachte. Vorsitzender wurde der Pfarrer der Leipziger Thomaskirche, Hans-Wilhelm Ebeling, welcher 1989 in Leipzig die Christlich-Soziale Partei Deutschlands (CSPD) gegründet hatte. Der neugegründeten Partei DSU blieb sehr wenig Zeit zur Profilierung. Die ursprünglich für Mai 1990 vorgesehenen Volkskammerwahlen wurden zudem noch auf den 18. März vorgezogen. Es begann auf Betreiben der Führung der West-CDU die Forcierung der Bemühungen zur Bildung eines politisch konservativen Wahlbündnisses.

Die "Allianz für Deutschland" wurde geschaffen. Sie bestand aus der DSU, dem konservativen Flügel des Demokratischen Aufbruchs und der Blockpartei CDU. Die West-CDU favorisierte von Anfang an die alte Blockpartei DDR-CDU. Verhandlungen der DSU zur Fusion mit der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD) wurden unterlaufen. Die DBD ging sang- und klanglos in der CDU auf. In der "Allianz für Deutschland", die,  mit Helmut Kohl werbend, in die letzte Volkskammer der DDR einzog, errang die DSU 6,3 % Stimmen, in Sachsen sogar über 13%. Sie war die entschiedenste Befürworterin einer schnellen deutschen Einheit. Bei den Kommunalwahlen war die DSU ebenfalls sehr erfolgreich und besetzte insbesondere in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zahlreiche Mandate für Landräte, Bürgermeister, Stadtverordnete, Stadträte und Gemeinderäte. Die folgenden Jahre waren für die neuentstandene konservative Partei, die ihre Wurzeln in der friedlichen Revolution von 1989 hat, sehr schwer; sollte sie doch nach dem Willen der CDU von der politischen Bühne verschwinden. Unter Anderem wurden zu diesem Zweck gegen die DSU Leipzig  von Bonn aus mehrere Prozesse inszeniert.

Die DSU Leipzig konnte diese juristischen Auseinandersetzungen, die bis 1996 dauerten,  jedoch endgültig für sich entscheiden. Innerparteiliche Querelen und Unerfahrenheit im politischen Geschäft bei noch nicht gefestigten Strukturen führten zu Mitgliederverlusten, ebenso der Druck seitens der CDU. Nicht zuletzt hat auch die Unterschätzung des demokratischen Prozesses beim Entstehen effektiver Führungsebenen  viele Mitstreiter aus der Wendezeit bis zur Mitte der neunziger Jahre zum vorzeitigen Aufgeben veranlasst. Dagegen wird der Bruch mit der bayerischen CSU als Schwester der CDU, der sich 1992 abzuzeichnen begann, heute von vielen DSU-Mitgliedern als seinerzeit zwar schmerzlich, aber langfristig unabwendbar gesehen,  als logische Konsequenz und damit als entscheidender Schritt für den Beginn des selbstständigen Weges einer neuen  konservativen Partei für Mitteldeutschland eingeschätzt.

 

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